Täterprogramm bei Partnerschaftsgewalt

Kurzbeschreibung

Das PGP richtet sich an Männer, die psychische oder physische Gewalt gegen ihre PartnerInnen ausgeübt haben und die Konflikte in der Partnerschaft zukünftig gewaltfrei lösen wollen.

Folgende Aussagen sprechen Sie an?

  • Sie fühlen sich leicht durch Ihre/n PartnerIn provoziert und werden wütend
  • Sie fühlen sich bei einem Streit in der Beziehung oft überfordert und wissen nicht weiter
  • Sie tun sich schwer, einen Streit mit ihrer/m PartnerIn zu beenden
  • Sie haben einmal oder mehrmals versucht, gewaltsam wieder Ruhe herzustellen
  • Sie hatten sich vorgenommen, nicht mehr mit Gewalt zu reagieren, es ist Ihnen aber wieder passiert
  • Sie möchten diesen Kreislauf unterbrechen und künftig nicht mehr zuschlagen
  • Sie wollen Konflikte von nun an fair und partnerschaftlich beilegen

Und Sie wollen Folgendes zusammen mit anderen Männern üben?

  • Sie wollen verantwortungsbewusst handeln.
  • Sie möchten sich selbst besser beobachten und auf neue Weise erleben.
  • Sie wollen Grenzen wahrnehmen, achten und deutlich setzen.
  • Sie wünschen sich, Ihre Gefühle verständlich und angemessen zu äußern.
  • Sie möchten neue Wege der Konfliktlösung gehen.
  • Sie wollen Kinder vor den Auswirkungen miterlebter Gewalt schützen.

Die Aussagen haben Sie angesprochen? Dann rufen Sie uns an.

Das PGP

Das PGP ist ein gewaltzentriertes Gruppenangebot für Männer unter der Leitung von zwei TrainerInnen. Die Männer erhalten in der Gruppe einen Raum, sich unter Anleitung mit ihren Gefühlen, ihren Konflikten und ihrer Verantwortung auseinander zu setzen. Das Ziel dabei ist, dass die Teilnehmer keine erneute Gewalt ausüben. Um dieses Ziel zu erreichen ist es nötig, dass die Teilnehmer erkennen, welche Situationen und welche Bedingungen in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass sich dazu entschieden haben, in der Partnerschaften Gewalt auszuüben. Diese Erkenntnisse werden eingesetzt, um die aktuelle Beziehungssituation der Teilnehmer zu reflektieren, Risiken und Gefährdungen zu erkennen und einem Rückfall vorzubeugen. Die Teilnehmer werden dazu angeleitet ihre Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und gewaltfrei auszudrücken. Die Männer werden in die Lage versetzt, für ihre Entscheidungen die Verantwortung zu übernehmen.
Zur Vorbereitung auf die Gruppe werden mit jedem Teilnehmer in der Regel sechs Einzelgespräche geführt. Die Vorbereitungsgespräche dienen der Abklärung einer möglichen Gruppenteilnahme. Dazu gehört u.a. die Klärung der Motivation des Teilnehmers (z.B. hinsichtlich der Bereitschaft, Verantwortung für die selbst ausgeübte Gewalt zu übernehmen) und seiner individuellen Ziele. Am Ende der Vorbereitungszeit steht eine Vereinbarung zwischen MIM und dem Teilnehmer, bei dem sich dieser zur verbindlichen Teilnahme an der PGP-Gruppe bereit erklärt.

Zielgruppe

Am PGP teilnehmen können Männer ab dem 18. Lebensjahr, sowohl mit Auflagen durch die Justiz (z.B. im Rahmen einer Bewährungsstrafe), auf Empfehlung durch das Jugendamt oder freiwillig und in Eigeninitiative.

Zeitlicher Umfang

In der Regel sechs Vorbereitungsgespräche im Abstand von ca. 4 Wochen
26 wöchentliche Gruppensitzungen à 2 Stunden; ausgenommen Ferienzeiten; Wochentags von 18:30 – 20:30 Uhr

Voraussetzungen

  • Einräumen eigener Gewalthandlung gegen PartnerIn und/oder ExPartnerIn
  • Wille zur Verantwortungsübernahme und Verhaltensveränderung
  • Schweigepflichtentbindung gegenüber PartnerIn und/oder ExPartnerIn
  • Verbindliche und regelmäßige Teilnahme an den Gruppensitzungen

Kosten und Finanzierung

Das erste Beratungsgespräch (Orientierungsgespräch) ist kostenlos.
Die weiteren Vorgespräche kosten 15 € pro Termin (ermäßigt 10 €) und 17 € pro Gruppensitzung.

Zugang

Der erste Schritt ist ein Anruf, um ein unverbindliches Orientierungsgespräch zu vereinbaren.

Tel. 089 / 543 95 56
Montag 10.00-12.00 Uhr und
Dienstag/Donnerstag 12.00-14.00 Uhr

Kooperation

Wir arbeiten im PGP gemäß den von uns mit entwickelten Standards der „Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V.“

Wir verstehen unsere Arbeit auch als Opferschutz. Aus diesem Grund erhalten die von Gewalt betroffenen Frauen der Männer, die am PGP teilnehmen, von uns die Kontaktdaten der Frauenhilfe München, wo sie eine eigene Beratung in Anspruch nehmen können.