Anti-Aggressivitäts-Training® (AAT) für junge Männer

Kurzbeschreibung

Das Anti-Aggressivitäts-Training® (AAT®) ist ein gewaltzentriertes und intensivpädagogisches Gruppenangebot für junge Männer im Alter von 18 – 27 Jahren, welche im öffentlichen Raum gewalttätig geworden sind.

Folgende Aussagen sprechen Sie an?

  • Sie fühlen sich leicht provoziert und es reicht vielleicht schon nur ein Blick um zuzuschlagen
  • Sie geraten regelmäßig in Schlägereien, obwohl Sie eigentlich nicht aggressiv sind
  • Sie suchen aktiv nach Situationen, in denen Sie sich mit jemandem schlagen können
  • Sie fühlen sich schnell in ihrer Ehre verletzt
  • Sie üben Gewalt aus, wenn ihre Freunde provoziert oder angegriffen werden
  • Sie sind schnell eifersüchtig, wenn sich ihre Partnerin mit anderen Männern gut versteht
  • Sie haben aufgrund von Konflikten bereits ihre Arbeit/ ihren Ausbildungsplatz verloren
  • Sie werden regelmäßig von ihren Eltern/Betreuer*innen auf Briefe der Polizei oder dem Gericht angesprochen und das setzt Sie unter Druck
  • Sie haben wegen Körperverletzung bereits Kontakt zum Gericht
  • Sie waren bereits im Gefängnis
  • Sie merken, dass Sie mit ihrer Wut nicht mehr zurecht kommen

Die Aussagen haben Sie angesprochen? Dann rufen Sie uns an.

Das AAT®

Das AAT® ist ein gewaltzentriertes und intensivpädagogisches Gruppenangebot für Männer im Alter von 18-27 Jahren, die im öffentlichen Raum gewalttätig geworden sind. Es handelt sich um ein Gruppenangebot mit bis zu acht Teilnehmern, das von einer Trainerin und einem Trainer durchgeführt wird.
Das Hauptziel des AAT® ist es, dass die Teilnehmer keine Gewalthandlungen mehr ausüben. Durch konfrontative Auseinandersetzung mit den Lebensbereichen der Teilnehmer, in denen Gewalt ausgeübt wurde soll eine Verantwortungsübernahme des eignen Verhaltens, Empathie für die Tatbetroffenen und die Entwicklung alternativer Konfliktlösungsmöglichkeiten erworben werden.

Wesentliche Bestandteile (Bausteine) des Trainings sind:

  • Die Analyse der Aggressivitätsauslöser
  • Die Provokationstests
  • Die Analyse von Ideal- und Realselbst
  • Die Neutralisierungstechniken
  • Die Opferkommunikation
  • Die Aggressivität als Vorteil
  • Die Subkulturanalyse
  • Die Fragen zur strukturellen Gewalt, die die Aggressivität beim Teilnehmer fördern
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie

Im Vorfeld werden mit jedem Teilnehmer in der Regel 4 – 6 Vorbereitungsgespräche geführt. Die intensiven Vorbereitungsgespräche dienen der Abklärung von Motivation, Zielsetzung sowie Eignung. Die Vorbereitungsgespräche und das Gruppentraining bieten einen Rahmen zur Auseinandersetzung mit den eigenen Entscheidungen und deren Folgen. Zum Konzept des AAT® gehören zwei Auswertungsgespräche, welche mit den Trainern und nach Bedarf mit den beteiligten Institutionen (Bewährungshilfe, Betreuungseinrichtungen, etc.) geführt werden.

Die meisten der jungen Männer benötigen zunächst erheblichen äußeren Druck, um sich mit ihrem Verhalten auseinanderzusetzen und eine Eigenmotivation hierfür zu entwickeln. Deshalb können gerichtliche und institutionelle Auflagen einen wichtigen und sinnvollen Rahmen für das AAT® darstellen. Im Rahmen der Maßnahmen im Anti-Gewalt-Bereich (Partnerschaftsgewalt, sexuelle Kindesmisshandlung und AAT®) arbeitet das Münchner Informationszentrum für Männer daher sehr eng mit Einrichtungen der Justiz (Bewährungshilfe, Gericht, Täter-Opfer-Ausgleich, Justizvollzugsanstalten, etc.) zusammen. Damit bietet das AAT® die Möglichkeit, entsprechende Auflagen aus Gerichtsurteilen zu erfüllen. Auch viele der jungen Männer, die zunächst keine Beratungsauflage haben, kommen aufgrund eines starken äußeren Drucks (z.B. ausstehende Verhandlungen, drohenden Lehrstellenverlust, mögliche vorzeitige Haftentlassung etc.). Mit ihrer Bereitschaft zur Beratung möchten sie ein Zeichen in Richtung Verantwortungsübernahme setzen.

Zielgruppe

Junge Männer im Alter von 18 – 27 Jahren, die durch Gewaltstraftaten im öffentlichen Raum auffällig geworden sind.

Zeitlicher Umfang

Das Training umfasst 24 dreistündige wöchentliche Gruppensitzungen und zwei Seminartage. Vorgeschaltet sind in der Regel 4-6 Vorbereitungsgespräche und zur Hälfte sowie am Ende des Beratungsprozesses zwei Auswertungsgespräche.

Voraussetzungen

Zu den formalen Bedingungen zählen eine schriftliche Bewerbung, Gerichtsurteile, der Vertrag über die Rahmenbedingungen und eine Schweigepflichtentbindung gegenüber dem Hilfesystem. Begleitend finden bei Bedarf Helfergespräche statt. Nur, wenn sich die jungen Männer auf die formalen und inhaltlichen Bedingungen zur Teilnahme einlassen, können sie in die Gruppe aufgenommen werden.

Kosten und Finanzierung

Für jeden Teilnehmer ist die Übernahme der Kosten durch einen Kostenträger notwendig (z.B. Jugendhilfe, Sozialhilfe, Bayrischer Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe), dessen Beantragung in der Verantwortung des Teilnehmers liegt.

Die Gesamtkosten für den Kostenträger belaufen sich auf ca. 2640,- € pro Person.
Hinzu kommt eine Eigenbeteiligung seitens der Teilnehmer in Höhe von 15,- € (ermäßigt 10,- €) pro Vorbereitungsgespräch und 5,- € pro Gruppensitzung.

Zugang

Der erste Schritt ist ein Anruf, um ein unverbindliches Orientierungsgespräch zu vereinbaren.

Tel. 089 / 543 95 56
Montag 10.00-12.00 Uhr und
Dienstag/Donnerstag 12.00-14.00 Uhr